3. PAS als Sonderfall trennungsbedingter Umgangsstörungen

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der PAS-Problematik, der kategorischen Ablehnung eines Elternteils durch sein Kind. Kein Komplex wird im Zusammenhang mit kindlichen Reaktionen auf Trennung so kontrovers diskutiert wie dieser. Das Phänomen selbst wird zwar von niemandem bestritten, solche Kinder gibt es in der Tat. Worauf ein solches Verhalten zurückzuführen ist, darüber gehen die Ansichten jedoch weit auseinander. Selbst unter Fachleuten reicht das Erklärungsspektrum vom Bagatelldelikt bis zur psychiatrischen Relevanz. Was dringend erforderlich wäre, sind empirische Studien, die geeignet sind, den bisher eher schwammigen und theoretisch nur unzureichend strukturierten Sachverhalt zu erhellen. Die wiederum sind jedoch nur unter erschwerten Bedingungen möglich, da es Forschern kaum gelingt, mit PAS-Kindern in Kontakt zu treten. Die meisten betreuenden Elternteile lehnen das ab.

Geplant ist eine Befragung sowohl des PAS-Kindes als auch seiner beiden Eltern, um die Bedingungen zu isolieren, die zur Kontaktablehnung führten. In diesem Zusammenhang werden noch Erwachsene gesucht, die nach Trennung der Eltern den Kontakt zu einem Elternteil von sich aus abbrachen. In einem Interview sollen zum geht die damaligen Gründe für diesen Schritt erfragt werden; zum anderen interessieren die persönlichen Erfahrungen, die später mit diesem Entschluss verbunden waren. Wenn möglich, soll auch mit beiden Eltern gesprochen werden.

Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail zu melden.